Das kannst du verlieren, wenn du mehr Bewegung in dein Leben bringst.

Stellt euch mal folgendes vor. Mit einer einzelnen Pille, könnt ihr verschiedenste Erkrankungen in eurem Körper bekämpfen. Und nicht nur das, sogar Präventiv vorbeugen. Nebenwirkung: Ein gesünderes Leben, mit mehr Energie, einer höheren Lebensqualität und mehr Leistungsfähigkeit.

Beispiele solcher Erkrankungen sind Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Übergewicht, Osteoporose, Folgen von Stress, Rückenschmerzen, Depressionen..

Nochmal ein Gedankenexperiment: Ihr habt ein Auto. Dieses Auto ist etwas ganz besonderes. Den jedes Mal wenn ihr damit fahrt und es am Abend in die Garage stellt, dann regenerieren sich die Reifen und auch das Motoröl füllt sich neu auf. Das Auto repariert sich quasi von selber. Wenn man das Auto aber nicht benutzt, dann bauen sich die Reifen ab und das Öl trocknet ein. Das Auto geht kaputt. Was würdest du machen? Klaro, das Auto immer wieder fahren. Am besten so, dass es optimal lange lebt.

So wie dieses Auto ist unser Körper sehr vereinfacht gesagt auch. Bewegung und Sport wirkt wie eine Multipille. Sie führt zu positiven Anpassungen und Verbesserungen auf allen Ebenen. Es reicht aber nicht aus, sie nur einmal zu nehmen. Wir müssen immer wieder davon kosten. Am besten Täglich in unterschiedlicher Form.

Was kannst oder wirst du also verlieren, wenn du mehr Bewegung in dein Leben bringt? Was kannst du gewinnen, wenn du keine Bewegung bzw. wenig Bewegung in deinem Leben hast? Welche Vorteile bringt es dir?

Habt Ihr schon mal die Frage so herum gestellt? Wenn du eine Antwort außer “nichts” dazu hast, dann melde dich bei mir. Ich habe deutlich mehr Gegenargumente.

Hier mal ein paar Vorteile, von Bewegung.

Bewegungsmangel ist ein Prädiktor für die häufigsten Wohlstandserkrankungen und damit auch verbunden sehr hohen Gesundheitskosten. Die Menschheit besteht schon seit einigen Jahrtausenden. In dieser Zeit, war es notwendig, dass wir uns bewegen. Wir mussten uns darum kümmern, dass unsere Grundbedürfnisse gedeckt sind. Also Essen und Trinken beschaffen, eine Unterkunft bauen und erhalten. Unsere Familie beschützen. Kämpfen oder Flüchten.

Würde unser Körper durch Bewegung kaputt gehen, dann wären wir schon lange ausgestorben.

(Leider haben viele Menschen und auch so mancher Therapeut*in die Meinung, dass man dem Körper durch Bewegung schadet). Im Gegenteil, körperliche Aktivität und Regeneration sind ein perfektes Zusammenspiel in unserem Körper. Wir brauchen beides um optimal zu funktionieren.

Jetzt leben wir in einer Zeit, in der wir uns kaum noch bewegen müssen. In Deutschland ist der Kühlschrank (fast) immer voll. Und wenn nicht, dann kommen wir super schnell an Nahrungsmittel. Wir müssen nicht kämpfen oder flüchten. Wir nutzen Autos und ein Großteil der Arbeitszeit wird am Schreibtisch verbracht. Kein Wunder also, dass die “Zivilisationskrankheiten” so voranschreiten konnten. Zum Glück wurden diese Zusammenhänge mittlerweile erkannt. In unzähligen unterschiedliche Studien wird der positive Zusammenhang zwischen Bewegung und unserer Gesundheit belegen und dargestellt.

Entscheidend ist, dass es nicht nur um “Sport machen” geht. Jegliche Form von körperlicher Aktivität hat positive Effekte.

Körperliche Aktivität beschreibt übrigens alle Formen von Bewegung die wir haben.

Als Alltagsbewegungen kann man alle Bewegungen definieren, welche man in seinem alltäglichen Leben durchführt. Einkaufen, Spazieren gehen, Fahrradfahren auch zur Arbeit, Fahrradtouren in der Freizeit, zum Kopierer oder die Kaffeeküche laufen, Treppensteigen, Gassi gehen, Aufräumen, Putzen, Rasenmähen…. Du siehst, die Liste ist sehr lang. Leider nutzen wir hier in Deutschland mittlerweile immer mehr Hilfsmittel, die uns dabei unterstützen sich immer weniger zu bewegen. Hast du hierzu schon meinen Blogeintrag: Läufst du noch oder rollst du schon? gelesen? Alleine durch gehen, könntest du das Risiko an den klassischen Wohlstandserkrankungen zu erkranken deutlich reduzieren. Gerade bei Menschen, die sich wenig Bewegen, reichen schon kleine Steigerungen im Bewegungsverhalten um große Effekte zu erzielen.

Hier ein kleines Rechenbeispiel: Wenn man durch Alltagsbewegung 150 Minuten Bewegung pro Woche hinbekommt (und das ganze so, dass die Bewegung mind. 10 Min am Stück durchgeführt wird und man sich dabei sogar etwas anstrengt) dann hat man ein bis zu 10% reduziertes Sterberisiko. Im Vergleich wenn man nichts machen würdest. Bei einer Lebenserwartung von ca. 80 Jahren, entspricht das ca. 8 Jahre mehr zu Leben oder die man früher Stirbt. Jetzt nehmen wir mal an, dass jemand von seinem 18 Lebensjahr an 2,5 Stunden pro Woche in Bewegung investiert hast. Und dass dann über 62 Jahre durchzieht.

Dann würde diese Person insgesamt 335,8 Tage für seine Bewegung aufbringen. Aber statistisch 8 Jahre dazu gewinnen. Du gewinnst also fast 7 Jahre! Ich möchte mit diesem Beispiel zeigen, wie wenig Zeit man über einen solch langen Zeitraum investiert. Die gute Nachricht: Wenn Ihr jetzt zufällig schon über 18 Jahre alt sein solltet, dann lohnt es sich trotzdem immer den Einstieg zu starten! Auch ältere Einsteiger können einen positiven Einfluss auf Ihre Gesundheit nehmen und das Leben länger gesünder Erleben. Gerade im Alter ist es wichtig, um langfristig seine Lebensqualität und Selbstständigkeit aufrecht zu erhalten, so aktiv wie möglich zu sein. Andersherum bedeutet es aber auch: Solltet Ihr in jungen Jahren aktiv gewesen sein. Vor längerem aber mit Sport & Bewegung aufgehört haben, dann ist der Vorsprung leider wieder aufgebraucht. Abbauen geht schnell.

Jetzt reden wir hier von Statistiken und natürlich gibt es immer den einen, der nie was gemacht hat und trotzdem Krankheitsfrei alt wird, und es gibt immer denjenigen, der immer was gemacht hat und trotzdem schwer krank früh stirbt. Aber woher weißt du, dass du zum ersten Teil der Bevölkerung gehörst? Und es erkranken deutlich mehr inaktive als aktive an leichten und schweren Krankheiten. Denk an meine Fragen am Anfang.

30 Minuten gehen, an 5 Tagen in der Woche reduziert das Risiko an Herzerkrankungen zu erkranken um 19%. Auch das allgemeine Wohlbefinden steigert sich durch mehr Alltagsbewegung.

Kraft- und Ausdauertraining zeigen, wie hätte man es auch anders erwartet, auch viele positive Effekte.

  • Verbesserte Knochendichte, also die “Wunderwaffe” gegen Osteoporose (hauptsächlich Krafttraining)
  • Typ II Diabetes Risiko sinkt
  • Blutdruck sinkt bzw. wird besser reguliert
  • verbesserte Blutfette, HDL besser, LDL reduziert, Gesamt Cholesterin reduziert, Triglyceride reduziert
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziertes Risiko
  • Entzündungswerte verbessert
  • Reduziert das Risiko und Schwere eines Schlaganfalls
  • Verbessert das Energie-Level und die Ausdauer
  • Reduziert Übergewicht
  • mehr Muskelmasse bzw. langsamerer Abbau an Muskulatur
  • erhält Gelenkmobilität; auch bei Gelenkserkrankungen wie Arthrose! Bessere Beweglichkeit, geringere Schmerzen und dadurch eine deutlich höhere Lebensqualität
  • Reduziert die Sturzgefahr, gerade im Alter
  • Verbessert Stimmung und Schlaf
  • Reduziert Stress
  • Schützt vor Artherosklerose
  • Verbesserte Verdauung
  • Stärkt das Immunsystem

Um nur eine Auswahl zu nennen.

Man muss nicht Sport machen, um seine Gesundheit positiv zu beeinflussen. Unser Lebensstil, unsere Gesellschaft und vor allem unser Arbeitsleben sind aber so, dass es sich stark empfiehlt sportliche Aktivitäten in unser Leben einzubauen. Wir laufen weniger, viele Menschen haben eine geringere körperlich anstrengende Arbeit. All das führt dazu, dass wir unseren Körper nicht mehr ausreichend Nutzen. Und wer eine körperlich anstrengende Arbeit hat, kann durch Sport und Bewegung im Alltag einen Gegenpol schaffen und dadurch seine Leistungsfähigkeit und Gesundheit oben halten.