Gesundheit

Was ist eigentlich Gesundheit? – Ein paar Gedanken

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. – Sebastian Kneipp

Bevor du dir diesen Artikel durchliest, wäre es toll, wenn du dir 5 Minuten Zeit nehmen würdest und mal überlegst, was für dich Gesundheit bedeutet. Schreib es am besten auf.

Was bedeutet den eigentlich Gesundheit? Wann bin ich gesund, wann bin ich krank? Hast du dir schon mal Gedanken gemacht, wann du dich krank fühlst. Wenn du einen Schnupfen hast, ab wann bist du dann Krank? Oder ab wann bist du wieder gesund?

Ihr merkt schon, ganz so einfach ist es nicht eine Einteilung in Gesund und Krank zu machen. Die WHO definiert Gesundheit als Zustand des vollständig körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens. Und nicht nur das fortbleiben von Krankheiten. Klingt erstmal toll. Aber was bedeutet: vollständiges Wohlergehen? Bin ich dann doch Krank, wenn mir mal der Rücken zwickt? Oder bin ich Krank, wenn ich Liebeskummer habe? Und warum fühlt sich der eine schneller schlecht als der andere?

Ob wir uns Krank oder Gesund fühlen, hängt viel von unserer eingenen Bewertung der Situation ab.

Schon vor vielen Jahren, hat man festgestellt und Modelle entworfen, in denen Gesundheit und Krankheit nicht als feste Größen angesehen werden, sondern dass es ein Prozess ist. Ein sich ständig änderndes Kontinuum, zwischen den zwei Polen „Gesund“ und „Krank“. Wieweit ich mich in Richtung Krank oder Gesund bewege, hängt sehr viel von unserer Bewertung der Situation ab.

Jeder Mensch bewertet seinen Gesundheitszustand anders. Wie es bewertet wird, hängt wiederum von den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen ab. Auf welche Widerstandskräfte, Personen, Einstellungen, wissen und so weiter können wir zur Bewältigung der Situation zurück greifen. Oder für bevorstehende Situationen nutzen.

Ich möchte hier nicht direkt auf einzelne Maßnahmen eingehen, sondern einen Überblick über verschiedene Überbegriffe von Ressourcen geben. Hierbei geht es nicht um eine chronologische Aufzählung, den alle Bereiche greifen gleichzeitig ineinander.

Verstehbarkeit:

Die Verstehbarkeit hilft uns die Situation zu erfassen und dadurch zu bewerten. Hilfreiche Ressourcen: Wieviel Wissen oder Quellen steht einem zur Verfügung die Situation zu verstehen. Auch zu verstehen, was ich Selberständig in der Hand habe oder wen ich den als Unterstützung hinzu ziehen kann.

Beispiel Bewegung: Wir wissen, dass Bewegung unsere Gesundheit fördert. Das es wichtig ist, sich regelmäßig zu Bewegen, sich vielseitig und ausgewogen zu Ernähren. Wir wissen auch, das bei Rückenschmerzen Bewegung viel besser als Ruhe ist. Inaktivität wie z.B. durch viel und langes Sitzen führt zum Abbau unserer körperlichen und auch geistigen Leistungsfähigkeit. Und je weiter wir abbauen um so schneller wird auch weitere Aktivität anstrengend. Ein Teufelskeis. Wenn wir aber trotz langem Sitzen noch ein Bewegungsprogramm machen, dann können wir diesen Teufelskreis durchbrechen. Auch wenn es Mental erstmal sehr anstrengend sein kann, nach einem „anstrengenden“ Arbeitstag noch etwas zu machen.

Sinnhaftigkeit:

Die Sinnhaftigkeit ordnet ein, inwiefern das vorhandene Wissen für dich relevant ist. Und entsprechend die vorgeschlagenen Strategien meinen Werten.

Beispiel: Wir wissen und verstehen: Obst ist gut für unsere Gesundheit. Aber wenn du unter einer Fructose Intoleranz leidest, ergibt es wenig Sinn seine 2 Portionen Obst am Tag zu essen. Den die würde dich sehr wahrscheinlich leiden lassen. Wenn du einen Bürojob hast und viel sitzt, ist es sehr Sinnvoll für dich, nebenbei noch mehr zu Gehen/Walken um einen Ausgleich zum Sitzen hin zu bekommen.

Handhabbarkeit:  

Super, du verstehst was zu tun ist. Es ergibt für deine Situation auch Sinn. Aber wie umsetzen? Handhabbarkeit beschreibt, die Erfahrung für die Umsetzung zu kennen.

Beispiel: Vielleicht hast du früher schonmal Sport gemacht und weist wie es sich anfühlt. Du hast gelernt zu kochen. Du kannst dir einen Kurs suchen, an dem du teilnimmst.  Handhabbarkeit ist es aber auch, wenn man für sich Strategien findet, um überhaupt auf seine Gesundheit zu achten. An Tagen mit Arbeit, Familie, lange Anfahrtswege, Haushalt…. Dann auch noch um 22 Uhr vorkochen, und ein Sportprogramm durchziehen? Wie soll das funktionieren? Eine 10 Minuten aktive Mittagspause könnte schon ein erster Schritt sein. Ein kleiner, aber unglaublich wichtiger. Den nichts ist frustrierender, als seinen Plan schon wieder über den Haufen zu werfen. Handhabbar bedeutet aber auch, seine Ressourcen zu kennen, auf die man zurückgreifen kann. Den Partner / die Partnerin, Freunde die einem unterstützen. Fitnesstudios, Sportkurse, Sportanbieter, welche die für dich benötigte Infrastruktur liefern…

Weitere Einflussfaktoren auf unsere Gesundheit und Ressourcen:

Unser Körper – das Biologische System:

Unser Körper stellt oft den Spiegel für unsere Gesundheit dar. An Ihm merken wir Schmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung, aber auch wieviel Energie und Kraft wir haben. Entsprechend können wir unsere Gesundheit durch unseren Körper aktiv beeinflussen.

Beispiel: Inaktivität und Übergewicht, führen zum Beispiel häufig zu leichten Entzündungen in unseren Körper, die unsere gesamte Leistung reduzieren. Bekannt sein sollte, dass wir durch unsere Ernährung und Bewegung unseren Körper und unsere ablaufenden Systeme positiv beeinflussen. So reguliert Bewegung und die Ernährung unseren Blutzuckerhaushalt. Allerdings sind wir keine Maschine. Es gibt noch weitere Einflussfaktoren, die sich gerne körperlich Äußern.

Unsere Psyche – in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist.

Unsere Psyche, Einstellungen, Meinungen, Ängste Sorgen und Co haben ebenfalls einen sehr starken Einfluss auf unseren Körper und unser Gesundheitsempfinden.

Beispiel: So führt z.B. Stressreaktionen (z.B. hohe Arbeitsbelastung) zu einem vermehrten Ausstoß an Adrenalin und Cortisol. Und wird das konstant oben gehalten fehlt dem Körper die Regeneration. Die Gefahr dadurch Krank zu werden steigt. Es gibt Menschen mit schweren Erkrankungen wie z.B. Krebs die durch Ihre positive Einstellung deutlich besser mit der Krankheit umgegangen sind und dadurch den Heilungsprozess verbessert haben. Und nicht zu vergessen, die wunderbare Wirkung des Placebo und die Gefahr von Nocebos. Nocebos entstehen, wenn uns Aussagen z.B. Heben mit krummen Rücken lässt die Bandscheibe platzen zu Ängsten führen. Und wir dadurch bei jedem Heben aus dem runden Rücken schmerzen haben.

Das Soziale

Auch unser Umfeld hat einen Einfluss auf unsere Gesundheit. So gibt es Zahlen, die zeigen, dass Menschen mit geringerem Einkommen häufiger Krankheitstage haben. Das z.B. der Gesundheitszustand bei Sozialhilfeempfängern geringer ist. Das heißt nicht, dass Menschen mit hohem Einkommen nicht krank werden. Den auch hier spielen viele Wechselwirkungen eine Rolle.

Wer gut Familiär und Sozial aufgestellt ist, hier einen starken Rückhalt verspürt kann mit Belastungen von der Arbeit deutlich besser zurecht kommen.

 Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Zahlen an psychiatrischen Behandlungen von Kindern deutlich gestiegen. Ein Grund ist hierbei natürlich auch die Lockdown Situation. Schulschließungen und damit verbunden das wegfallen von gleichaltrigen. Kein bzw. deutlich weniger Kontakt mehr zu anderen Kindern.

Ihr erkennt, die Bewertung des Gesundheitszustandes kann man auf vielen verschiedenen Ebenen machen. Alle Prozesse laufen immer gleichzeitig ab und beeinflussen sich gegenseitig. Und auf jeder dieser Ebene ist es Möglich seine Widerstandskräfte zu steigern. Verstehbarkeit, Sinnhaftigkeit, Handhabbarkeit, Kräftigung unseres Körpers, unserer Psyche und unserem Sozialen Umfeld.

Wie die einzelnen Faktoren wirken, könnt Ihr demnächst in einem anderen Artikel nachlesen.